Was gibt es Neues von meiner Makuladegeneration?

Weil alle herkömmlichen Behandlungsmethoden keine Erfolge brachten, rieten mir die Ärzte der Universitäts-Augenklinik Frankfurt/Main zu einer sogenannten Lucentis-Therapie. Dabei wird Lucentis, das derzeit einzige in Deutschland zugelassene Medikament, im Abstand von vier Wochen direkt ins Auge injiziert. Obwohl die Operationen ambulant durchgeführt werden, ist das eine recht teure Angelegenheit, die im Vorfeld von der Krankenkasse genehmigt werden muß. Und das dauert! Nachdem die erste Therapie dadurch eine leichte Besserung brachte weil die Degeneration jetzt trocken war und ich die Welt wieder gerade und nicht mehr wellig wahrnahm. Doch meine Sehkraft war noch mehr geschwächt, zu viele Zellen des Sehnervs waren zerstört. Trotzdem riet mir eine Ärztin "vom Bauchgefühl her" zu einer Nachkur. Die beiden Spritzen brachten jedoch auch nichts, im Gegenteil hat sich das Sehvermögen nochmals verschlechtert und beträgt jetzt lonks 15% und rechts 10%. Noch ein Wort zu den Kosten: Jede einzelne Spritze kostet 1225,- € (zahlt Krankenkasse, für mich bleiben 10,- € Zuzahlung). Die "Operation" muß ich selbst zahlen; sie kostet 333,- €. Der Hausaugenarzt knöpft mir bei jeder Nachkontrolle auch noch 50,- € ab. Hinzu kommen noch für den Fahrer die Spritkosten und die Parkgebühren (je Termin ca. 70,- €). Fast 8000,- € zum Fenster hinausgeworfen!

 

Wie geht es jetzt weiter?

Es steht noch eine letzte Untersuchung (optischer Scan oder Augen-CRT mit Kontrastmittel) Ende Juli an. Zeigt sich dabei ein stabiles Ergebnis, kann ich daran denken, mir entsprechende (optische) Hilfsmittel zuzulegen, die mir die Arbeit, nicht nur am Computer, erleichtern. Eine gute Chance, dass diese Seite wieder mit Leben erfüllt wird. Außerdem möchte ich mich unbedingt mal wieder in der Heimat blicken lassen und das nicht erst zur Diamantenen Konfirmation!

 

Sozusagen zum "Warmlaufen" habe ich heute einmal die Versorgung unseres Dorfes in den 1950er-Jahren mit der von heute verglichen. Der Leser wird sich garantiert wundern. Allerdings ist, da aus dem Gedächtnis abgerufen, keine Garantie auf Voll-ständigkeit gegeben. In meinen Lebenserinnerungen (geschrieben 2003) ist zu dem Thema folgendes vermerkt:

Die Versorgung der Matzenberger habe ich schon andeutungsweise beschrieben. Das hat mich angeregt, noch einmal in Gedanken in der Zeit etwa um 1950 durch ganz Hütschenhausen, vom Matzenberg bis ins Unterdorf, zu wandern, um heraus-zufinden, wer alles dazu beitrug den Einwohnern das tägliche Leben zu erleichtern. Auch hierbei musste ich mich voll und ganz auf mein Gedächtnis verlassen und bitte jetzt schon um Nachsicht, wenn nicht all die vielen Familien- und Vornamen korrekt geschrieben sind oder jemand übersehen wurde.

Vorkriegs-Postkarte vom Matzenberg (ca. 1935).

Oben links: "Kreuz" und katholische Kirche.

Oben rechts: Geschäft Jakob Pirrung Richtung Ortsmitte.

Unten links: Gasthaus Kesselring, Beginn vom Matzenberg.

Unten rechts: Geschäft Jakob Pirrung Richtung Krämel.

Matzenberg:

Autoreparaturwerkstatt und Tankstelle Richard Christmann

Flaschenbierhandlung und späteres Gasthaus Otto Junker

Maßschneiderei Ludwig Lambrecht (Lambrechtschneider)

Kolonialwarenhandlung Rosa Leis (Kussings Rosa)

Schreinerei August Groß (Großschreiner)

Obst- und Gemüsegeschäft Adam Lenhardt

Eier, Butter, Käse, Gemüse Katharina Bayer (Eierkattche)

Katholische Schwestern (Kindergarten, Krankenpflege, Kirchendienst)

Gasthaus und Bäckerei August Lang

Gärtnerei Berthold Holzhauser

Katholische Hebamme Anna Ohnesorg

Ärztin und Geburtshelferin Dr. med. Maria Kurig

Fahrradreparatur und -handlung Ludwig Ohnesorg

Brennholzschneiderei August Beck (Beckschlosser)

Spenglerei, Klempnerei, Haushaltswaren Eugen Klos (Blechschmied)

Schuhmacherei Hans Schäfer (Schäferhänsje)

Lebensmittel, Textilien Jakob Pirrung (Pirrungjaab)

Protestantische Hebamme Helene Steigner (Ammebaas)

Damen- und Herrenfriseur, Kosmetik Fritz Ziegler (Zieschlerfritz)

Obst und Gemüse, Lebensmittel Hans Bayer

Hochbauunternehmen Jakob Bauer (Bauerjogob)

Gipser- und Verputzergeschäft Alois Weber und Sohn

Schuhmacherei Jean Siegrist (Schaan)

Motorradreparaturwerkstatt Theo Beck

Textilien, Betonsteinproduktion Oskar Kesselring

Wirtschaft, Bäckerei Johanna Kesselring (Hannasche)

Karina-Lichtspiele, Metzgerei, Gastwirtschaft Rudolf Dausend

Bekleidung Willi Demper

Kohlenhandlung, Transporte Adolf Strack (Kohlen-Strack)

Huf- und Grobschmied Otto Willerich

Mitteldorf:

Möbel-Krasemann, Neustadt (Krämer)

Schuhhaus Lanz

Sattlerei und Lederwaren Berta Ziegle (Allese Bertel)

Zahnarzt Sanitätsrat Dr. Ludwig Alles

Transporte und Landhandel Theodor Kesselring

Bauernwirtschaft (Café Duckdich) Elisabeth Leßmeister (Miesersch Bettche)

Kohlenhandlung Daniel Kurz (Hinnerdaniel)

Textilgeschäft Ludwig Reis (Kaafmanns-Reise)

Schlosserei, Stahhlbau, Eisen- und Haushaltswaren Rudolf Glück (Glickschlosser)

Raiffeisen (Bank und Landesproduktenhandlung)

Erste Gemeinschaftsgefrieranlage der Pfalz

Evangelische Krankenschwester (Schwester Maria)

Konsumgenossenschaft (Lebensmittel, Wurst, Brot)

Malergeschäft Daniel Zimmermann

Genossenschaftswäscherei (Marktplatz)

Papier, Schulbedarf Martha Ziegle (Papier-Ziegle)

Diamantschleiferei Ludwig Gros

Damen- und Herrensalon Willi Ziegler (Bitschel)

Milchsammelstelle, Milch, Butter, Käse (Milchheisje)

Gasthaus und Metzgerei Rudolf Ziegle

Damen- und Herrenfriseur, Drogerie Willi Ziegler (Bitschel)

Uhren und Schmuck Kurt Lenhardt

Fahrraddoktor Gustav Brigaldino (Fahrradgustav)

auf seinem Hof eine handbetriebene Zapfsäule als Tankstelle der Auto- und Motorradwerkstatt Richard Christmann (Chrischdmannrichard)

Praktischer Arzt und Geburtshelfer Dr. Otto Decker

Schmied Julius Altschuck (Stauche)

Imkereizubehör, Honigproduktion Eugen Weber

Bäckerei Hans Becker (Eckbäcker)

Gasthaus, Metzgerei Theodor Kurz (Korzemetzjer)

Öffentliche Gemeindewaage (Wooheisje)

Unterdorf

Postamt (Familie Karl Bäcker)

Dampfsägewerk Karl Weber

Schreinerei Armbrust

Sattlerei und Lederwaren Robert Kramb

Gemischtwaren Auguste Rimlinger (Guschtsche)

Gärtnerei Dieter Rothhaar

Malergeschäft und Spielwaren Karl Junker

Schneiderei Nicolay (Nicolayschneider)

Altmetalle, Kohlenhandlung Fritz Schröer (Stinnes)

Wirtschaft, Lebensmittel Emil Vogelgesang (Vochel)

Brennholzschneiderei Rudolf Strack

Damenschneiderin Glück

Brunnenbohrer Karl Klein

Wagner und Stellmacher Fritz Pfeiffer

Dienstleister:

Milchsammler Alois Klein, Josef Schäfer, Karl Breit.

Spezielle Fuhrwerke mit breiter, tiefer Ladefläche ermöglichten ein  problem-loses Einsammeln der am Straßenrand stehenden schweren  Milchkannen im ganzen Dorf. Nach Leerung und Wiederbefüllung mit  „Retourmilch” in der Milchsammelstelle (Milchheisje) wurden die Kannen auf dem Rückweg wieder den Bauern vors Haus gestellt.

Hausnäherin Rosa Lambrecht und andere

Sie wurden gerufen, wenn es galt, zerrissene Wäsche und Kleidung zu flicken und Hemdenkragen zu erneuern. Im Herbst wurden dann aus gekauften Stoffen warme Wintersachen gefertigt, sowohl Kleidung als auch Bettwäsche.

Totengräber ,,Feges” Sauerwein

Das Huflattich rauchende Unikum hatte das Sagen auf dem Friedhof. Er hob die Gräber aus, kontrollierte die Gießscheine (Wasserverbrauch) und wachte über die Friedhofsordnung. Das Herrichten der Toten übernahmen verschiedene Totenfrauen und Leichenwäscherinnen (u.a. die ,,Stenger-Lene”), welche über das ganze Dorf verteilt waren. Vermessen der Leiche, Anfertigen des Sarges und Einsargen war die Arbeit ortsansässiger Schreiner, wobei bei der Sarglegung meistens auch noch die Totenfrau zugegen war.

Krautschneiderin Helene Badung

Zuständig hauptsächlich für den Matzenberg, teilte sie sich die viele Arbeit im Herbst mit noch zwei Kolleginnen. Alle drei hatten für ein paar Wochen mächtig zu tun, denn jeder wollte sein Sauerkraut so schnell wie möglich in den Ständer bringen.

Hausmetzgermeister Fritz Strack und Hausmetzgermeister Daniel Bischoff

Fleischbeschauer und späterer Ortspolizist Kurt Christmann (General)

Zeitungsausträgerin auf dem Matzenberg, Botin und Krautschneiderin Katharina Leßmeister (Zeitungskattche)

Zeitungsausträgerin für das Unterdorf, Dorfbotin und Krautschneiderin Frieda Schröer (Zeitungsfrieda)

Außerdem gab es einige Frauen, die im ganzen Dorf einsprangen, wenn bei einem Fest eine größere Anzahl Gäste bekocht werden musste.

Enorm, was es für die einst ca. 1200 Seelen im Dorf, die ja ihre Nahrung weitgehend selbst produzierten,  schon so alles gab. Eigentlich fehlten im Vergleich zu heute nur noch Pizza und Döner. Was die Leute schmerzlich vermissten, waren neben Bohnen-kaffee auch Tabak und Zigarettenpapier ("Blädscher"). Diese Artikel brachten aber die Bergleute von ihrer Arbeit im Saarland über die Grenze nach Deutschland. So, das war es für den Anfang. Nächstes Mal (hoffentlich) wieder mehr